Die Idee der solidarischen Landwirtschaft

Eine Gruppe von Verbraucherinnen und Verbrauchern schließt sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb zusammen. Die Gruppe trägt die Kosten des Betriebes, die Ernte wird geteilt. Das heißt auch: viel Ernte – viele Lebensmittel für alle, wenig Ernte – wenig für alle (wobei erfahrungsgemäß meist mehr mit Fülle, als mit Mangel zu kämpfen ist).    Das Ganze basiert auf beidseitigem Vertrauen, und stellt jenseits der bloßen Versorgung mit Lebensmitteln, auch ein (bereits erprobtes, aber immer wieder spannendes) gesellschaftliches Experiment dar. Unser Projekt ist im Frühjahr 2014 mit 13 Mitgliedern gestartet und mitlerweile auf rund 60 Mitglieder angestiegen.

Das Konzept dazu kommt ursprünglich aus Japan, fand dann aber vor allem in den USA Verbreitung und heißt dort Comunity Supported Agriculture (gemeinmschaftsunterstützte Landwirtschaft), deshalb wird in dem Zusammenhang auch oft von CSA gesprochen. Dort waren es anfangs die Verbraucher_Innen, die sich über die abnehmende Lebensmittelqualität geärgert haben und nach einem Weg gesucht haben, an frische, hochwertige Lebensmittel zu kommen. Sie haben sich in einer Gruppe zusammengefunden und einen Bauern gefragt, ob er für die Gruppe produzieren würde. Die Gruppe hat den gesamten Betrieb des Bauern finanziert und die Ernte wurde geteilt.

In Deutschland gibt es seit etwa 30 Jahren vereinzelt Betriebe, die genau auf diese Weise wirtschaften. Aber erst in den letzen 8 Jahren wurden es auch hier viele davon.

Heute stehen allerdings andere Motivationen hinter dieser Art des Wirtschaftens. Denn gute Lebensmittel sind eigentlich in jedem Bioladen, vereinzelt sogar in Supermärkten wie z.B. REWE zu haben. Aber unter dem Druck der staatlich geförderten  industriellen Landwirtschaft, können nur noch wenige kleine Betriebe überleben.     Für diese Betriebe gilt es Wege zu finden, auch ohne große staatliche Subventionen ein Überleben zu sichern.

Andererseits wollen auch Verbraucherinnen und Verbraucher nicht mehr mitmachen und zusehen, wie ihre Landschaften verarmen und ihre Lebensmittel von immer weiter hergekarrt werden. Hier kommt auch wieder die Qualität ins Spiel, denn weite Transportwege haben auch immer einen negativen Einfluss auf die Frische. Großbauernlandwirtschaft, auch nach den Öko-Richtlinien betrieben, bedeutet immer Massenproduktion mit viel Ausschuss und Verschwendung und meist auch Qualitätseinbußen. An dieser Stelle bietet das Konzept der gemeinschaftlich getragenen Landwirtschaft eine Alternative.

Hier ein interessanter Artikel zum Thema.